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Ostergeschichten
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   Markus 3.0

DIE KARWOCHE Markus 13;1

Also kam Jesus aus dem Tempel heraus. Einer seiner Schüler meinte zu ihm: Lehrer, sieh doch die Steine! Was für ein Bauwerk! Jesus antwortete ihm darauf: Meinst du diesen Prachtbau? In keinster Weise wird da ein Stein auf dem andern bleiben. Alle werden jedenfalls niedergerissen. Später hatte er sich mit Blickrichtung auf den Tempel auf dem Ölberg etwas abseits hingesetzt. Nun fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas: Sag es uns! Wann wird das eintreten? Mit welchem Zeichen wird das Unheil angekündigt? Jesus versuchte es ihnen zu erklären: Vorsicht vor irreführenden Zeichen! Leider werden viele daherkommen und meinen Namen missbrauchen. Sie werden behaupten: Ich bin derjenige. So werden sie viele in die Irre führen.

Bald danach werdet ihr von Kriegen und Nachrichten über Kriege hören. Passt bloß auf und wundert euch nicht. Das muss so sein. Das ist aber noch nicht alles. Vielmehr wird ein Land gegen das andere Land und eine Regierung gegen die andere Regierung aufgehetzt werden. Es wird auch an manchen Stellen Erdbeben geben. Es werden Hungersnöte und Revolutionen ausbrechen. Das ist aber erst der Anfang der Geburtsschmerzen.

Euch aber gilt: Vorsicht! Man wird euch nämlich an die Religionsbehörden ausliefern. Ihr werdet in den Versammlungshäusern ausgepeitscht werden. Man wird euch Präsidenten genauso wie Königen vorführen um meinetwillen. So könnt ihr mich ihnen bezeugen. Doch zuerst muss die freudige Nachricht in allen Ländern von den Nachrichtensprechern verkündet werden.

Und wie müsst ihr euch bei eurer Verhaftung und Auslieferung verhalten? Dann sollt ihr euch keine Gedanken über eure Antworten vorher machen. Beschäftigt euch überhaupt nicht damit. In der aktuellen Situation müsst ihr nur die entsprechenden Eingebungen aussprechen. Denn ihr seid nicht selbst die Redner. Das ist nämlich der heilige Geist. Es wird aber ein Bruder den anderen Bruder dem Todesurteil ausliefern. Der Vater wird sein eigenes Kind und Kinder die eigenen Eltern anklagen und umbringen. Ja, ihr werdet wegen meinem Namen bei allen verhasst sein. Durch eure Standhaftigkeit bis zum Ende hin werdet ihr aber gerettet werden.

Gegebenenfalls seht ihr den vom Propheten Daniel vorhergesagten greulichen Altar aufgestellt. Er gehört da aber gar nicht hin -hoffentlich versteht das der Leser auch-. Alle Judäer sollen hierauf in die Berge flüchten. Du bist dann vielleicht gerade auf der Terasse. Geh jetzt nicht ins Haus zurück. Geh da gar nicht erst rein. Hol nichts mehr aus deinem Haus. Vielleicht bist du gerade auf dem Feld. Kehr nicht um. Hol nicht vorher noch deinen Mantel.

Es tut mir in der Seele weh um die Schwangeren und Stillenden jener Tage. Betet unbedingt für den richtigen Zeitpunkt eurer Flucht. Keinesfalls darf das im Winter geschehen. Auf jeden Fall wird da eine unfassbare Schreckenszeit auf euch zu kommen. Seit Beginn der Schöpfung Gottes hat es so etwas nicht gegeben. Es wird auch nie wieder so sein. Das Ende jener Tage kommt aber aus einem Grund dank Gott früher als erwartet. Es würde nämlich sonst kein einziger Mensch gerettet werden. Also kommt zum Vorteil der von ihm Erwählten das Ende jener Tage dank ihm früher als erwartet.

Man wird dann auf euch einreden: Das ist das Zeichen: Hier ist der Christus! oder auch: Nein, dort ist er! Glaubt es nicht. Es werden viele falsche Christusse und falsche Propheten ihren Auftritt haben. Sie werden Zeichen und Wunder vorführen. Damit sollen sie möglichst sogar die Erwählten verführen. Euch aber gilt: Vorsicht! Das ist nämlich das Zeichen. Ich habe es euch hiermit vorausgesagt.

In jenen Tagen unmittelbar nach der Schreckenszeit wird es eine Sonnenfinsternis geben. Auch der Mond wird nicht mehr scheinen können. Die Sterne werden vom Himmel fallen. Die gesamte Himmelsordnung wird dabei aus den Fugen geraten. In dem Moment wird man den Menschensohn auf den Himmelswolken kommen sehen. Er wird große Macht und eine unfassbare Ausstrahlung haben. Dann wird er seine Gesandten losschicken. Die werden seine Erwählten aus vier Himmelsrichtungen herbeirufen. Das beginnt bei dem äußersten Punkt der Erde und endet bei der entfernstesten Galaxie des Weltalls.

Vom Feigenbaum lernt aus diesem kurzen Beispiel: Seine Zweige wären schon voll im Saft. Er hätte die ersten Blätter bekommen. Was könnt ihr daraus ablesen? Jetzt kommt bald der Sommer! Und so müsst ihr es anwenden: Ihr seht alle Vorhersagen eintreffen. Was könnt ihr daraus ablesen? Er hat sich auf den Weg gemacht und steht vor der Tür. Amen, ich sage euch: Diese dann existierende Generation wird keinesfalls verschwinden vor der Vollendung von dem allem. Der Himmel und die Erde werden wohl verschwinden. Meine Worte jedoch werden nie und nimmer verschwinden.

An welchem Tag oder zu welcher Tageszeit wird das sein? Das weiß keiner, auch kein Engel im Himmel. Noch nicht mal der Sohn weiß es, nur der Vater. Euch aber gilt: Vosicht! Ihr müsst wach bleiben und beten. Schließlich wisst ihr ja nicht den genauen Zeitpunkt. Da will als Beispiel einer verreisen. Also verlässt er sein Haus. Dabei bekommen die Hausangestellten klare Befugnisse erteilt. Jeder bekommt seine Aufgabe. Der Pförtner nun soll auf seine Anweisung hin nachts wach bleiben. Also bleibt bitte wach! Ihr habt keinerlei Zeitvorstellung von der Rückkehr des Hausherrn. Kommt er am Abend, um Mitternacht, in der Morgendämmerung oder am späten Morgen? Hoffentlich findet er euch nicht schlafend vor. Er könnte ja schließlich unvermutet kommen. Also sage ich euch und sage es allen: Bleibt wach!

Inzwischen waren es noch zwei Tage bis zum Passahfest und dem Fest der ungesäuerten Brote. Deshalb überlegten die obersten Priester und die führenden Theologen hin und her. Einerseits wollten sie ihn mit einer List bald ergreifen und umbringen. Andererseits sagten sie sich: Das ist doch gar nicht möglich während des Festes. Da würde es zu einer heftigen Gegenwehr im Volk kommen. Einmal war er gerade zum Essen im Haus von Simon, dem Aussätzigen. In dem Moment kam eine Frau mit einer Alabasterflasche voll mit einer Lotion aus echtem teuren Nardenöl. Sie zerbrach die Flasche und goss ihm den Inhalt auf den Kopf. Einige aber regten sich darüber auf. Sie tuschelten miteinander: Was soll diese Verschwendung der teuren Lotion? Man hätte so eine Lotion für über 300 Silbermünzen verkaufen können. Das Geld hätte man anschließend den Armen geben können. Und sie wollten sie davon abbringen.

Jesus aber meinte: Lasst sie doch! Was macht ihr es ihr unnötig schwer? Sie hat doch an mir auf jeden Fall ein gutes Werk getan. Arme gibt es schließlich immer unter euch. Bei Bedarf könnt ihr an ihnen ein gutes Werk tun. Mich habt ihr aber nicht für immer. Sie hat das ihr mögliche getan. In der Weise hat sie meinen Körper schon im voraus für das Begräbnis mit Öl gesalbt. Amen! Ich sage euch: Überall in der Welt wird diese freudige Nachricht von Nachrichtensprechern verbreitet werden. Und dabei wird auch sie nachträglich gewürdigt werden wegen diesem Werk. Und dann ging Judas Iskariot, einer der Zwölf, zu den obersten Priestern. Er wollte ihn an sie verraten. Das hörten sie mit großer Freude. Sie versprachen ihm Geld dafür. Daraufhin suchte er nach einer günstigen Gelegenheit für einen Verrat.

Inzwischen war der erste Tag der ungesäuerten Brote da. Jetzt sollte das Passahlamm geopfert werden. Also sagten seine Schüler zu ihm. Wo willst du das Passahlamm essen? Wo sollen wir es vorbereiten? Gleich schickte er zwei seiner Schüler los. Er gab ihnen die Anweisung: Geht in die Stadt. Ihr werdet da auf einen Mann treffen. Der trägt einen Eimer Wasser. Dem folgt hinterher. Er wird dann in ein Haus gehen. Dort sagt ihr dem Hausbesitzer: Der Lehrer hat eine Frage: Wo ist der Saal? Wo kann ich das Passahlamm mit meinen Schülern essen? Er wird euch zu einem großen Dachzimmer führen. Das ist mit Polstern ausgestattet. Da sollt ihr es uns vorbereiten. Seine Schüler gingen los. Sie kamen in die Stadt. Sie fanden alles wie in seiner Ansage an sie vor. Also bereiteten sie das Passahessen vor.


ABSCHIEDSESSEN/VERHAFTUNG AM GRÜNDONNERSTAG Markus 14;17

Am Abend kam er mit den Zwölf. Mitten in der Mahlzeit zu Tisch sagte Jesus: Amen, ich sage euch: Einer von euch Tischgenossen wird mich verraten. Das machte sie sehr traurig. Sofort ging bei einem nach dem anderen die Fragerei los: Ich bin es doch nicht, Lehrer? Einer sagte sogar: Ich bestimmt nicht! Er antwortete ihnen so: Einer von euch Zwölf ist es. Der wird mit seiner Hand zusammen mit mir in die Schüssel langen. Der Menschensohn muss zwar von euch gehen nach der Vorhersage in der Bibel. Genauso sicher aber ist jenem Menschen als Verräter des Menschensohns der Fluch. Ach, wäre er doch als Mensch nur nie auf die Welt gekommen!

Beim Essen nahm Jesus Brot. Er segnete es, zerbrach es und sagte dabei: Nehmt es! Das ist mein Körper! Genauso nahm er auch den Becher. Er dankte und gab ihnen den. Alle tranken daraus. Dazu sagte er ihnen: Dies ist der verbürgte Neuanfang in meinem Blut. Es wird für viele vergossen werden. Amen, ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr Traubensaft oder Wein trinken. Erst wieder an jenem Tag im himmlischen Paradies Gottes werde ich davon trinken. Zuletzt nach dem Abendlob machten sie sich auf den Weg zum Ölberg.

Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in der kommenden Nacht über mich aufregen. Es steht nämlich geschrieben: Ich werde den Hirten totschlagen. Die Schafe werden dann auseinander laufen. Doch nach meiner Auferweckung werde ich euch voran nach Galiläa gehen. Petrus gab daraufhin eine Erklärung ab: Vielleicht regen sich alle über dich auf. Ich mach das aber bestimmt nicht! Jesus widersprach ihm: Amen, ich sage dir: In der heutigen Nacht vor dem zweimaligen Hahnenschrei wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus jedoch war voller Begeisterung und sagte: Ganz im Gegenteil würde ich sogar für dich sterben. Aber ich würde dich niemals verleugnen. Dasselbe erklärten auch alle anderen.

Sie kamen jetzt zu einem öffentlich zugänglichen Park mit Namen Gethsemane. Dort sagte er seinen Schülern: Setzt euch hier hin. Ich geh derweil beten. Hierauf trennte er sich mit Petrus, Jakobus und Johannes von ihnen. Mehr und mehr machte sich in ihm großes Entsetzen und tiefe Niedergeschlagenheit breit. Schließlich wandte er sich an sie: Ich bin so unsagbar traurig. Meine Seele versinkt in den Tod. Bleibt hier und bleibt wach! Dann ging er ein paar Meter weiter und fiel auf die Erde. Er betete in der Hoffnung auf eine baldige Wende. Das waren seine Worte: Abba, Vater, es ist deine Entscheidung. Du kannst wohl diesen schweren Kelch wegnehmen. Das würde aber dann nach meinem Willen geschehen. Es wäre nicht nach deinem Willen.

Schließlich kam er zu ihnen zurück. Doch wie fand er sie vor? Sie waren eingeschlafen. Deshalb ermahnte er Petrus: Simon, schläfst du etwa? Kannst du noch nicht mal eine Stunde wach bleiben? Bleibt wach und betet. Es kommen sonst große Schwierigkeiten auf euch zu. Der Geist gibt zwar die nötige Kraft. Der Schwachpunkt aber ist die menschliche Natur. Dann ging er noch mal hin und betete mit den gleichen Worten wie vorher. Wieder kam er zu ihnen zurück. Und wie fand er sie diesmal vor? Sie waren wieder eingeschlafen. Vor Erschöpfung waren ihnen die Augen zugefallen. Auch konnten sie sich nicht vor ihm rechtfertigen. Schließlich kam er zum dritten Mal und forderte sie auf: Schlafen und Ausruhen könnt ihr ein andermal. Jetzt ist genug damit. Die Stunde ist gekommen. Seht ihr es? Der Menschensohn wird den Händen der Übeltäter ausgeliefert. Steht auf! Wir gehen.

Seht doch! Da nähert sich mein Verräter. So sprach er und bald war Judas Iskariot, einer der Zwölf, da. Mit ihm kam eine mit Schwertern und Knüppeln bewaffnete Menschenmenge. Auch die obersten Priester, die führenden Theologen und die Anführer des Volkes waren mit dabei. Dazu hatte sein Verräter ihnen ein verabredetes Zeichen genannt: Ich werde dort jemanden küssen. Genau der ist es. Ihn müsst ihr ergreifen und gut bewacht wegschaffen. Schon kam er an und trat auf Jesus zu mit den Worten: Meister, Meister! Dann küsste er ihn überschwenglich.

Da griffen sie mit den Händen nach Jesus. So brachten sie ihn in ihre Gewalt. Aber einer seiner Gefolgsleute riss sein Schwert heraus und drosch damit auf den Personenschützer des obersten Priesters ein. Dabei schlug er ihm das Ohr ab. Da wandte sich Jesus an die Menge und sagte: Wie gegen einen Schwerverbrecher seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgerückt. Wollt ihr mich auf diese Weise ergreifen? Ich saß jeden Tag im Tempel bei euch und unterrichtete. Da habt ihr nicht Hand an mich gelegt. Aber nur so können sich die Bibelverse als wahr erweisen. Daraufhin verließen ihn alle und flüchteten. Nur einer, ein junger Mann, blieb bei ihm. Der hatte ein dünnes Oberteil über die bloße Haut angezogen. Daran wollten sie ihn festhalten. Doch er ließ das Oberteil in ihren Händen zurück und entkam mit nackter Haut.

Jesus aber führten sie ab zu dem Hohenpriester Kaiphas. Bei ihm waren alle Hohenpriester, die Anführer und die führenden Theologen zusammengekommen. Petrus ging hinterher in gebührendem Abstand bis zum Hof des Hohenpriesters. Dort saß er zusammen mit den Personenschützern und wärmte sich am Feuer. Die Hohenpriester und die gesamte oberste Ratsversammlung trugen verschiedene Verleumdungen gegen Jesus zusammen. Darin wollten sie etwas Todeswürdiges gegen ihn finden. Doch sie fanden nichts Geeignetes. Zwar meldeten sich viele mit Verleumdungen zu Wort. Aber ihre Zeugenaussagen stimmten nicht überein. Einige standen auf und machten diese Falschaussage: Folgendes haben wir ihn sagen hören: Ich kann diesen in Handarbeit erbauten Tempel abreißen und in drei Tagen einen ohne Handarbeit erbauten Tempel aufbauen. Doch stimmten nicht einmal dabei ihre Zeugenaussagen überein.

Jetzt stand der Hohepriester in ihrer Mitte auf und fragte Jesus: Warum antwortest du überhaupt nichts auf die Zeugenaussagen gegen dich? Doch Jesus schwieg still und gab gar keine Antwort. Schlussendlich wandte sich der Hohepriester noch mal an ihn mit der Frage: Bist du der Christus, der Sohn von Gott, dem Hochgelobten? Jesus antwortete ihm so: Ich bin es! Ihr werdet es sehen: Der Menschensohn wird seinen Sitz rechts vom Allmächtigen haben und unter sich bei seinem Kommen himmlische Wolken. Da zerriss der Hohepriester sein Priestergewand mit dem Ausruf: Brauchen wir denn noch mehr Beweise? Seht doch! Ihr habt nun selbst seine Lästerung gehört. Was meint ihr dazu? Dem folgend sprachen sie einmütig das Urteil: Er ist des Todes schuldig! Einige spuckten ihm nun ins Gesicht. Dann verbanden sie ihm die Augen. Sie schlugen mit Fäusten auf ihn ein und sagten: Wie wärs mit einer Prophetie? Die Personenschützer beteiligten sich daran mit Ohrfeigen.

Derweil war Petrus unten im Hof. Da kam eine Angestellte des Hohenpriesters und sah ihn sich aufwärmen. Sie schaute sich ihn genau an und sagte: Du warst auch bei dem Nazarener Jesus! Er aber stritt es ab mit den Worten: Ich weiß von nix und versteh auch nix! Was redest du da? Anschließend verschwand er nach draußen in den vorderen Hof. Plötzlich krähte ein Hahn. Nun sah ihn die Angestellte dort. Diesmal versuchte sie es mit einem Hinweis an die Umherstehenden: Der gehört auch zu ihnen! Er aber stritt es noch mal ab. Nach einer Weile sprachen wiederum die Umherstehenden Petrus an: Ungelogen gehörst du zu ihnen! Du bist nämlich ein Galiläer und sprichst den gleichen Dialekt. Da legte er los: Verdammt noch mal! Ich schwöre! Ich kenn diesen Typen nicht! Was redet ihr da? In dem Moment krähte der Hahn zum zweiten Mal. Jetzt erinnerte sich Petrus an das Wort von Jesus an ihn: Noch vor dem zweiten Hahnenschrei wirst du mich dreimal verleugnen. Unter dem Eindruck dieser Erinnerung schrie er seine ganze Not heraus.

Gegen Morgen dann gab es eine gemeinsame Beratung der Hohenpriester, der Anführer, der führenden Theologen und der obersten Ratsversammlung. Als Ergebnis wurde er gefesselt, abgeführt und an den Regierungspräsidenten Pilatus ausgeliefert. Pilatus stellte ihm dort die Frage: Bist du der König der Judäer? Er antwortete: Du hast das gesagt! Jetzt brachten die Hohenpriester ihre Anklage in mehreren Punkten vor. Daraufhin stellte ihm Pilatus nochmal eine Frage: Warum antwortest du überhaupt nichts? Schau dir die vielen Anklagepunkte an. Jesus aber antwortete gar nichts mehr. Das war für Pilatus unfassbar.

Nun war er aber nach Gewohnheitsrecht beim Passahfest zur Freigabe eines von ihnen erbetenen Gefangenen verpflichtet. Es gab damals so einen mit Namen Barabbas. Der war zusammen mit Komplizen als Aufrührer gefangen worden. Bei diesem Aufstand hatten sie sogar einen Mord begangen. Die Volksmenge zog jetzt hinauf. Sie forderten die Einlösung des gewährten Gewohnheitsrechts. Pilatus gab ihnen zur Antwort: Soll ich euch den König der Judäer freigeben? Er hatte nämlich Neid der Hohenpriester als Motiv für dessen Auslieferung erkannt.

Die Hohenpriester hetzten derweil die Volksmenge auf. Sie sollten ihn stattdessen zur Freigabe von Barabbas drängen. Pilatus redete also nochmal zu ihnen: Was ist eure Forderung? Was soll ich mit dem von euch so bezeichneten König der Judäer machen? Diesmal brüllten sie los: Nagel ihn ans Kreuz! Pilatus wiederum fragte nach: Welches Verbrechen hat er denn getan? Doch sie schrieen mit Übermacht: Nagel ihn ans Kreuz! Pilatus änderte nun seine Meinung. Er ging auf die Forderungen der Volksmenge ein. Barabbas begnadigte er. Jesus aber ließ er auspeitschen. Danach lieferte er ihn aus zur Hinrichtung am Kreuz.

Die Soldaten führten ihn erst mal ab in das Innere des Hofes. Dort war der Sitz des Regierungspräsidiums. Sie riefen die ganze Abteilung zusammen. Sie legten ihm einen roten Mantel um. Sie bastelten ein Haarband aus Dornen. Das setzten sie ihm auf. Jetzt fingen sie an mit dem Begrüßungswort: Lach doch mal, du König der Judäer! Dann schlugen sie ihm mit einem Stecken auf den Kopf. Sie spuckten ihn an, knieten nieder vor ihm und beteten ihn an. Nun hatten sie ihn genug verspottet. Sie zogen ihm den Mantel wieder aus und seine eigene Kleidung an.