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Ostergeschichten
         nach
   Lukas 2.0

Anmerkungen:
Der Verfasser beschreibt das Leben Jesu aus der Quelle
von Markus, eines Schülers von Simon Petrus in Rom,

ergänzt durch eigene Nachforschungen von Lukas, unter
anderem als Mitarbeiter von Paulus über die Urgemeinde.

FASTNACHT-ASCHERMITTWOCH-FASTENZEIT Lukas 4;1

Mit heiligem Geist gefüllt kam Jesus vom Jordan zurück. Dann wurde er vom Geist für 40 Tage hinaus in die Wüste getrieben. Unbedingt sollte ihn der Satan hier auf die Probe stellen. In dieser Zeit aß er überhaupt nichts. Zuletzt hatte er großen Hunger. In diesem Moment sprach der Satan ihn an: Bist du nicht Gottes Sohn? Ein Wort von dir genügt. Schon werden diese Steine zu Brot. Jesus aber antwortete: Das steht geschrieben: Nicht nur von Brot lebt der Mensch. Er lebt von jedem Wort Gottes.

Anschließend führte der Satan ihn auf einen sehr hohen Berg. Er zeigte ihm in einer Sekunde alle Reiche der bewohnten Welt. Dazu sagte er: Die Verfügungsgewalt über all dies samt ihrer Großartigkeit gebe ich dir. Bis jetzt sind sie in meiner Gewalt. Aber ich kann sie nach Belieben auch weitergeben. Vorher musst du allerdings vor meinen Augen mich anbeten. Erst dann gehört alles dir. Daraufhin meinte Jesus zu ihm: Hau ab Satan! Das steht geschrieben: Gott, deinen Gott, sollst du anbeten. Ihm allein sollst du Gottesdienst halten.

Auch nahm ihn der Satan mit sich nach Jerusalem. Er stellte ihn auf das Dach des Tempels. Hierbei sagte er zu ihm: Bist du nicht Gottes Sohn? Spring einfach runter. Das steht geschrieben: Er wird seine Engel zu dir schicken. Die werden dich mit ihren Händen auffangen. Dein Fuß wird dabei den Steinboden nicht einmal berühren. Jesus widersprach ihm: Das steht wiederum auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach Abschluss all dieser Prüfungen zog sich der Satan zurück. Er lauerte jedoch weiterhin auf einen günstigen Augenblick.

Palmsonntag Lukas 19;28

Im Anschluss an diese Worte ging er auf die Reise nach Jerusalem hinauf.
Unterwegs kam er in die Nähe von Bethphage und Bethanien. Der Berg dort heißt Ölberg. Er schickte zwei seiner Schüler los. Dazu sagte er: Geht in das Dorf direkt vor euch. Gleich am Eingang werdet ihr ein Fohlen finden. Das ist da festgebunden. Kein Mensch ist bisher darauf geritten.

Macht es los und bringt es her. Bestimmt wird euch jemand fragen: Wieso bindet ihr es los? Dann sollt ihr antworten: Der Herr braucht es. Also gingen die Gesandten hin. Sie fanden alles genau so vor. Er hatte es ihnen vorausgesagt. Gleich machten sie das Fohlen los. Da wurden sie von den Tierbesitzern gefragt: Wieso bindet ihr es einfach los? Sie gaben zur Antwort: Der Herr braucht es.

Daraufhin brachten sie es zu Jesus. Sie legten ihre Kleidung auf das Fohlen und ließen Jesus aufsitzen. Also machte er sich auf den Weg. Sie aber legten ihre Kleider auf die Straße. Er war nun kurz vor dem Abstieg vom Ölberg herunter. Da wurde die große Menge der Schüler richtig laut. Sie lobten Gott in ihrer großen Freude. Sie erkannten seine mächtigen Taten. Sie riefen: Du bist der König, du Gesegneter! Komm im Namen Gottes! Im Himmel ist nun Friede und die unfassbare Ausstrahlung des Höchsten.

Prompt riefen ein paar ultraorthodoxe Fromme aus der Volksmenge heraus ihm zu: Lehrer, tadel deine Schüler! Er entgegnete ihnen: Bringt diese zum Schweigen. Dann werden die Steine eben schreien. Inzwischen war er in Sichtweite der Stadt. Plötzlich fing er an zu weinen. Dabei sagte er: Ach hättest du nur heute den Tag deines Friedens erkannt. Deine Feinde werden Belagerungstürme um dich herum bauen. Sie werden dich auf diese Weise einkreisen. Von allen Seiten wirst du angegriffen werden. Sie werden deine Mauern und deine Kinder zugrunde richten. Nicht ein Stein wird auf dem anderen bleiben bei dir. Leider hast du den Zeitpunkt deiner Hilfe verpasst.

Anschließend ging er in den Tempel. Kurzerhand verjagte er alle Händler und ihre Kunden. Zu ihnen allen sagte er: Das steht so geschrieben: Mein Haus soll ein Haus für Beter sein. Ihr aber macht es zu einem Geschäftsmodell für Halsabschneider. Danach lehrte er jeden Tag im Tempel. Die obersten Priester, führenden Theologen und Oberaufseher des Volkes aber wollten ihn beseitigen. Sie fanden jedoch keine Gelegenheit. Immerhin waren die Zuhörer aus dem ganzen Volk auf seiner Seite.

Eines Tages sagte er wieder mal dem Volk im Tempel die freudige Nachricht. Sofort kamen die obersten Priester, die führenden Theologen und die Oberaufseher zu ihm. Die fragten ihn: Sagst du es uns? Aus welcher Vollmacht heraus darfst du das tun? Wer hat dir die Erlaubnis dazu gegeben? Er antwortete ihnen: Auch ich werde euch eine Frage stellen. Könnt ihr mir die beantworten? Woher war die Taufe des Johannes? War die vom Himmel oder von Menschen? Jetzt überlegten sie ihre Antwortmöglichkeiten. Wir könnten sagen: Sie war vom Himmel. Gleich wird er uns vorhalten: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Oder wir sagen einfach: Sie war von Menschen. Dann wird uns allerdings das ganze Volk steinigen. Schließlich hielten alle Johannes für einen Propheten. Also antworteten sie: Wir wissen nicht woher. Entsprechend erwiderte Jesus ihnen: Dann brauch ich euch auch nichts sagen zu meinen vollmächtigen Handlungen. Gleich danach fing er eine Kurzgeschichte an. Er erzählte dem Volk dies:

Ein Mann legte einen Weinberg an. Er vermietete alles an Weingärtner und ging in Urlaub. Zu gegebener Zeit sandte er einen Angestellten zu den Weingärtnern. Der sollte bei ihnen die Pachtgebühr für den Weinberg abholen. Die Weingärtner aber verprügelten ihn. Dann schickten sie ihn mit leeren Händen zurück. Daraufhin sandte er noch einen anderen Angestellten. Sie aber verprügelten und entehrten auch ihn. Dann schickten sie ihn mit leeren Händen zurück. Er sandte noch einen dritten Angestellten. Doch auch diesen verletzten sie schwer und schmissen ihn anschließend hinaus. Da sagte sich der Weinbergbesitzer: Was soll ich machen? Nun, ich werde meinen lieben Sohn senden. Vor dem werden sie ja wohl genauso Respekt haben wie vor mir. Die Weingärtner erkannten ihn sofort. Sie kamen gemeinsam zu dem Schluss: Der erbt das alles einmal. Kommt! Lasst uns ihn beseitigen. Dann gehört sein Erbteil uns. Sie schmissen ihn aus dem Weinberg und brachten ihn um.

Was wird wohl der Weinbergbesitzer mit ihnen machen? Er wird kommen und solche Weingärtner umbringen. Den Weinberg aber wird er an andere verpachten. Da meinten die Zuhörer: Nur das nicht! Er aber sah sie an und sagte: Was bedeutet dann dieses Wort aus der Schrift: Es gibt da einen Stein. Den wollten die Architekten schon wegwerfen. Doch nun ist er das tragende Fundament. Über diesen Stein könnt ihr alle zu Fall kommen. Dann werdet ihr in viele Stücke zerspringen. Dieser Stein kann aber auch auf euch fallen. Dann werdet ihr wie Schalenreste in alle Winde zerstreut. Von dieser Stunde an wollten die führenden Theologen und die obersten Priester ihn verhaften lassen. Sie hatten jedoch Angst vor dem Volk. Sie erkannten nämlich folgendes: Mit dieser Kurzgeschichte zielte er auf sie.

Von da an ließen sie ihn beschatten. Sie schickten Spitzel aus. Die verstellten sich als Ultrafromme. Sie wollten ihn anhand seiner Äußerungen überführen. So hätten sie ihn dann der Regierung des römischen Gouverneurs ausliefern können. Deshalb fragten sie ihn: Lehrer, wir kennen deine gerechten Worte und Lehren. Du schaust nicht auf die Äußerlichkeiten. Nein, du lehrst den wahren Weg zu Gott. Dürfen wir dem Kaiser Steuern zahlen oder nicht? Er erkannte sofort ihre Hinterlistigkeit. Er sagte deshalb zu ihnen: Wollt ihr mich reinlegen? Zeigt mir eine Dinarmünze. Die zeigten sie ihm gleich. Dann fragte er sie: Von wem ist das Bild und die Inschrift da drauf? Sie antworteten: Vom Kaiser! Also sagte er zu ihnen: Dann gebt doch dem Kaiser das Kaiserliche. Gott aber gebt das Göttliche. Und so konnten sie ihn nicht anhand seiner Äußerungen vor dem Volk überführen. Sie waren aber schwer am Staunen über seine Antwort und wurden ganz still.

Da machten sich liberale Reformer an ihn heran. Diese Leute streiten jegliche Auferstehung ab. Sie befragten ihn: Lehrer, Mose hat uns das vorgeschrieben. Angenommen, ein Mann hat einen Bruder. Der wiederum hat eine Frau, stirbt und bleibt kinderlos. Nun soll der Bruder die Witwe heiraten. Dann soll er mit ihr Kinder zeugen an Stelle seines Bruders. Da waren jetzt aber sieben Brüder. Der erste heiratete die Frau und starb kinderlos. Der zweite heiratete die Frau und starb auch kinderlos. Daraufhin heiratete der dritte sie. Genauso ging es allen sieben. Sie hinterließen alle keine Kinder und starben. Als letzte von allen starb auch noch die Frau. Mit wem ist die Frau bei der Auferstehung verheiratet? Immerhin haben alle sieben sie zur Frau gehabt. Jesus erwiderte ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und werden verheiratet. Es gibt aber einen Zugang zu einer anderen Welt. Dort haben sie Anteil an der Auferstehung von den Toten. Da heiraten sie nicht noch werden sie verheiratet. Sie müssen doch auch nicht mehr sterben. Sie sind dann wie die Engel. Sie sind dort Kinder von Gott und Kinder der Auferstehung. Und nun zu den Toten bei ihrer Auferweckung: Hat euch nicht schon Mose über den Dornbusch aufgeklärt? Da redet er über Gott so: Gott ist der Gott von Abraham. Er ist der Gott von Isaak und von Jakob. Er ist nunmal kein Gott von Toten. Er ist der Gott von Lebenden. Denn alle haben das Leben von ihm.

Da antworteten ein paar von den führenden Theologen: Lehrer, das hast du gut gesagt. Aus Angst stellten sie ihm von da an keine Fragen mehr. Also redete er zu ihnen: Wie können einige Christus zu Davids Sohn erklären? Schließlich hat David in einem Buch der Psalmen selbst gesagt: Gott hat geredet zu meinem Herrn. Setz dich rechts neben mich. Dann lege ich dir deine Feinde vor deinen Stuhl zu Füßen. David nun nennt ihn einfach Herr. Wieso ist er dann sein Sohn?

Die Volksmenge hörte ihm gerne zu. Er sprach dabei aber seine Jünger an: Vorsicht vor den führenden Theologen! Die laufen in prunkvollen Gewändern rum. In der Öffentlichkeit wollen sie hochachtungsvoll gegrüßt werden. Im Gottesedienst sitzen sie entsprechend in der ersten Reihe. Beim Buffet müssen sie natürlich als erste ran. Sie lassen sich die Häuser der Witwen als Stiftung vermachen. Als angebliche Gegenleistung beten sie dann lange Sermone. Die werden ihr oberhartes Urteil kriegen.

Beim Umherschauen beobachtete er dann die reichen Männer. Wer schmeißt wieviel Geld in den Klingelbeutel? Da sah er auch eine minderbemittelte Witwe. Die legte zwei Scherflein rein. Dazu sagte er: Amen! Ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle anderen. Denn jene warfen nur ihr übriggebliebenes Kleingeld in den Klingelbeutel Gottes. Diese aber legte trotz ihres Geldmangels alles rein. Mehr hatte sie nämlich nicht für ihren Lebensunterhalt.

Weihnachtsgeschichten nach Lukas
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