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Ostergeschichten
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  Johannes 3.0

DIE KARWOCHE JOHANNES 12;20

Viele zogen aus Anlass des Festes hinauf zum Gebet. Unter ihnen gab es auch einige Griechen. Die kamen jetzt zu Philippus, dem Galiläer aus Bethsaida. Sie baten ihn: Herr, wir möchten gerne Jesus kennenlernen. Philippus ging zu Andreas und sagte es ihm. Anschließend gingen Andreas und Philippus gemeinsam los und berichteten es Jesus.

Jesus antwortete ihnen so: Die Zeit ist gekommen! Jetzt wird an dem Sohn des Menschen eine unfassbare Ausstrahlung sichtbar. Amen, Amen! Ich sage euch: Das Weizenkorn muss auf das Feld gesät werden und zerfallen. Sonst bleibt es unfruchtbar. Erst durch das Zerfallen kommt es zu einer reichen Ernte. Genauso wird der um sein Seelchen bekümmerte Mensch eben diese doch verlieren. Durch Hass auf die eigenen, diesseitigen Seelenneigungen wird er sie dagegen geradezu für das jenseitige, ewige Leben bewahren.

Will mir jemand zu Diensten sein? Nun denn, dann soll er sich mir anschließen. Er wird so immer in meiner Nähe als Diener sein. Will mir jemand zu Diensten sein? Nun denn, der Vater wird ihn zu Ehren bringen. Jetzt ist meine Seele in Aufruhr. Was soll ich dazu sagen? Vater, rette mich aus dieser Situation? Nein! Ich bin ja nicht umsonst dahinein geraten. Vater, zeige die unfassbare Ausstrahlung deines Namens. Sofort kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe seine unfassbare Ausstrahlung gezeigt und werde wieder seine unfassbare Ausstrahlung offenbaren.

Viele Leute nun standen dabei und hörten es. Doch sie vermuteten ein Donnergeräusch. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet! Jesus sagte dazu: Wegen mir ist diese Stimme nicht hörbar geworden sondern wegen euch. Jetzt kommt die Gerichtsverhandlung über das Diesseits. Bald wird der Fürst dieser Welt weggesperrt werden. Ich aber werde von der Erde weg als Zeichen aufgerichtet. Von dort aus werde ich alle zu mir ziehen. Das war aber gemeint als Andeutung über die Todesart seines baldigen Sterbens.

Die Volksmenge hielt ihm entgegen: Wir haben in der Bibellese aber folgendes gehört: Der Christus bleibt für immer und ewig da. Wieso sagst du: Der Sohn des Menschen muss von der Erde weg aufgerichtet werden? Wer ist überhaupt dieser Sohn des Menschen? Jesus erklärte es ihnen so: Nur noch kurz ist das Licht bei euch. Geht euren Weg deshalb bei Tageslicht. Sonst werdet ihr noch von der Dunkelheit überrascht. Bei Nachtwanderungen weiß nämlich niemand so richtig den Weg. Habt ihr genug Licht? Dann vertraut auch dem Licht. So werdet ihr mehr und mehr zu Lichtkindern.

Das sagte Jesus und verschwand. Seinen weiteren Aufenthaltsort verheimlichte er ihnen. Er hatte so viele Zeichen während ihrer Anwesenheit getan. Trotzdem glaubten sie nicht an ihn. Auf diese Weise sollte das Wort des Propheten Jesaia wahr werden. Darin hatte er vorausgesagt: Herr, wer glaubt denn unseren Nachrichtensprechern? Und wer hat den Arm Gottes wirklich erkannt? Sie können es einfach nicht glauben. Jesaia hat das so erklärt: Er hat ihre Augen blind gemacht und ihre Herzen trotzig. Sie können es deshalb mit den Augen nicht sehen noch mit dem Herzen verstehen. Sie können sich nicht ändern und ich kann sie so nicht gesund machen. Das hat Jesaia gesagt unter dem Eindruck von Gottes unfassbarer Ausstrahlung. Von ihm hat er geredet.

Andererseits glaubten sogar viele Regierungsbeamte an ihn. Sie bekannten es aber wegen der ultraorthodoxen Frommen nicht. Schließlich wollten sie ja nicht deswegen aus der Kirche ausgeschlossen werden. Sie waren nunmal von der Ausstrahlung liebenswürdiger Menschen mehr angetan als von der unfassbaren Ausstrahlung Gottes. Jesus dagegen rief laut: Der Glaube an mich gilt nicht mir selbst sondern Gott. Der hat mich geschickt. Und das an mir Sichtbare ist seine Ausstrahlung. Ich bin sein Geschenk und bin in die Welt gekommen als Licht. Darum gilt dies: Kein im Licht des Glaubens mir anvertrauter Mensch geht in der Dunkelheit verloren.

Angenommen jemand hört meine Rede und hält sich nicht daran. Denjenigen werde ich nicht verurteilen. Ich bin ja nicht gekommen als Weltzugrunderichter. Nein, die Welt soll durch mich geheilt werden. Du kannst mich ablehnen und meine Worte abweisen. Dann hast du dich dadurch schon zugrunde gerichtet. Das durch mich ausgesprochene Wort wird dich am letzten Tag zugrunde richten. Ich rede nämlich nicht von mir selbst aus. Der Vater hat mich geschickt. Er hat mir meine Worte in meinen Mund gelegt. Und ich erkenne seine Weisheit darin. Sie führt zum ewigen Leben. Meine Worte in meinem Mund hat der Vater mir gesagt.


ABSCHIEDSESSEN/VERHAFTUNG AM GRÜNDONNERSTAG JOHANNES 13;1

So wusste er es schon vor dem Passahfest: Seine Stunde war gekommen. Jetzt sollte er von dieser Welt zum Vater gehen. Und dabei hatte er die Seinen in der Welt so sehr geliebt. Er liebte sie bis hin zum Ende. Sie aßen zusammen und der Teufel hatte schon das Herz von Judas Simon Iskariot betört. Der wollte Jesus verraten. Aber Jesus wusste vom Vater. Der hatte alles in seine Hände übergeben. Er wusste um seine Herkunft aus Gott und seine baldige Rückkehr zu Gott. Er stand vom Essen auf. Er zog das Oberteil aus, nahm eine Schürze und band sie sich um. Er füllte Wasser in eine Waschschüssel. Dann begann er bei den einzelnen Schülern mit der Fußwaschung. Mit der umgebundenen Schürze trocknete er sie anschließend ab. Nun war Simon Petrus an der Reihe. Doch der sagte zu ihm: Herr, du willst mir die Füße waschen? Daraufhin antwortete ihm Jesus: Ich tue jetzt etwas dir Unverständliches. Danach aber werde ich es dir erklären. Petrus erwiderte ihm: Keinesfalls sollst du mir jemals die Füße waschen!

Jesus antwortete ihm so: Ich kann das Waschen auch sein lassen. Du bist dann aber nicht mehr ein Teil von mir. Jetzt sagte Simon Petrus: Herr, hier sind nicht nur meine Füße sondern auch die Hände und das Gesicht. Und Jesus sagte zu ihm: Ihr habt doch vorher gebadet. Deshalb braucht ihr euch außer den Füßen nicht weiter zu waschen. Ihr seid schon sauber. Allerdings gilt das nicht für alle. Er kannte nämlich seinen Verräter und sagte deshalb: Nicht alle sind sauber. Am Ende hatte er allen die Füße gewaschen. Anschließend hatte er sein Oberteil angezogen und sich wieder hingesetzt. Nun sprach er zu ihnen: Versteht ihr das alles? Was habe ich da an euch getan? Ihr nennt mich doch Lehrer und Herr und das zu Recht. Das bin ich wirklich. Ich, der Herr und Lehrer, wasche also euch die Füße. Seid ihr dann nicht auch zu gegenseitiger Fußwaschung verpflichtet? Ich bin euch dadurch zum Vorbild geworden. Nun sollt ihr es untereinander genauso handhaben wie ich auch.

Amen, amen ich sage euch: Ein Angestellter ist nicht wichtiger als sein Vorgesetzter und kein Apostel größer als der ihn sendende Meister. Wisst ihr das wirklich? Dann könnt ihr froh sein. Also handelt auch danach. Das kann leider nicht von euch allen gesagt werden. Ich kenne die von mir Berufenen. Doch dieses Bibelwort muss verwirklicht werden: Ich gebe ihm mein Brot zu essen. Er aber will mich zertreten. Ich bereite euch lieber schon auf diese Verwirklichung vor. So bewirken die kommenden Ereignisse nämlich einen Neuanfang im Glauben an mich. Amen, amen ich sage euch: Du erweist meinem Boten Gastfreundschaft. Du nimmst damit mich auf. Du lädst mich in dein Haus ein. Du beherbergst damit den mich Sendenden.

Nach diesem Hinweis wurde Jesus im Geist zunehmend unruhig. Dann prophezeite er: Amen, amen ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Schüler sahen sich verwundert an. Von wem redet er denn? Nun saß aber Jesu Lieblingsschüler direkt neben Jesus. Den winkte Simon Petrus zu sich heran. Vielleicht könnte er über den Beschuldigten mehr bei Jesus erfahren als nur Andeutungen. Also bat er darum: Nenne uns doch denjenigen. Wen hat Jesus damit gemeint? Daraufhin lehnte der sich wieder zu Jesus herüber und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete so: Ich werde gleich mit der Hand in die Schüssel langen und demjenigen einen Brotbissen geben. Also tauchte er einen Brotbissen in die Schüssel, nahm ihn und gab ihn Judas Simon Iskariot. Und direkt nach dem Brotbissen kam der Teufel in ihn hinein. Folglich sagte Jesus zu ihm: Nun kannst du Deinen Plan endlich umsetzen! Aber keiner der Tischgenossen verstand den wahren Sinn der Worte Jesu. Möglicherweise ging es um Geldsachen. Judas verwaltete immerhin ihre Kasse. Bestimmt meinte Jesus damit: Mache die nötigen Einkäufe für das kommende Fest. Oder vielleicht sollte er den Armen Almosen geben. Also nahm Judas den Brotbissen zu sich und ging gleich anschließend nach draußen. Da war es Nacht.

Dann verschwand er. Und Jesus sagte: Nun zeigt sich die Ausstrahlung des Menschensohns und der Glanz Gottes auf ihm. Er wird durch Gott unfassbar hell aufstrahlen. Denn Gott wird ihm diesen Glanz zueignen und zugleich wird sich Gottes Ausstrahlung in ihm spiegeln. Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Bald werdet ihr mich suchen. Ich habe es schon den Judäern gesagt. Jetzt sage ich es auch euch: Ich gehe dahin. Ihr könnt aber nicht dahin kommen. So gebe ich euch eine neue Orientierung mit: Habt echte Liebe untereinander. Nehmt meine Liebe dabei als Vorbild. So könnt auch ihr gegenseitige Liebe üben. Daran werdet ihr als meine Schüler von allen erkannt werden. Das gelingt aber nur bei gegenseitiger echter Liebe. Gleich fragte Simon Petrus bei ihm nach: Herr, wohin gehst du denn? Jesus antwortete ihm: Ich gehe dahin. Du kannst mir dahin aber jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später dahin folgen. Nun antwortete Petrus ihm so: Herr, wieso kann ich dir jetzt noch nicht folgen? Mit ganzer Seele will ich mich für dich einsetzen. Jesus antwortete: Mit ganzer Seele willst du dich für mich einsetzen? Amen, Amen! Ich sage dir: Vor dem ersten Hahnenschrei noch wirst du mich dreimal verleugnen.

Alle diese Worte hatte Jesus gesprochen. Anschließend ging er mit seinen Schülern nach draußen. Auf der anderen Seite des Winterbachs mit Namen Kidron war ein Park. Da hinein zog er sich mit seinen Schülern zurück. Sein Verräter kannte allerdings auch diesen Platz. Schließlich hatte sich Jesus dort schon oft mit seinen Schülern versammelt. Inzwischen bekam Judas die Tempelwache und die Personenschützer der obersten Priester und der ultraorthodoxen Frommen unter seinen Befehl. So marschierte er mit Laternen, Fackeln und unter Waffen dorthin.

Aber Jesus wusste das alles schon. Er sah das nun Kommende voraus. So ging er auf sie zu und fragte sie: Sucht ihr wen? Sie antworteten ihm: Ja, Jesus, den Nazarener! Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's! Da stand Judas noch, sein Verräter, bei ihnen. Doch nun hatte Jesus zu ihnen gesagt: Ich bin's! Schon kamen sie in's Straucheln und fielen rückwärts zu Boden. Also fragte er sie noch mal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus, den Nazarener! Jesus antwortete: Ich habe es doch gesagt: Ich bin's! Sucht ihr also mich? Warum lasst ihr dann die anderen nicht frei? So sollte das Wort wahr werden. Er hatte es versprochen: Kein von Gott mir anvertrauter Mensch geht bei mir mir verloren. Aber Simon Petrus hatte ja ein Schwert. Also zog er es und drosch damit auf den Personenschützer des höchsten Priesters ein. Dabei schlug er ihm das rechte Ohr ab. Der Name dieses Personenschützers war Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert wieder an seinen Platz zurück. Diesen Kelch hat mir mein Vater gegeben. Soll ich ihn etwa nicht trinken?

Die Tempelwache, der Anführer und die Personenschützer der Judäer verhafteten daraufhin Jesus. Zunächst fesselten sie ihn. Dann führten sie ihn vorübergehnd ab zu Hannas. Der war nämlich der Schwiegervater von Kaiphas. Und der wiederum war in dem Jahr Hoherpriester. Dieser Kaiphas hatte zuvor den Judäern seinen Plan vorgelegt. Demnach sollte ein Mensch dem Volk zugut sterben.

Inzwischen war Simon Petrus und der andere Jünger Jesus hinterhergegangen. Dieser andere Jünger war dem Hohenpriester bekannt. Deshalb konnte er mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters gehen. Aber Petrus musste draußen vor der Tür stehen. Jetzt kam der dem Hohenpriester bekannte Jünger heraus. Er redete mit der Türsteherin. Dann konnte er Petrus hineinlotsen. Dabei sprach die dafür angestellte Türsteherin Petrus an: Du bist doch nicht etwa auch ein Schüler dieses Menschen? Er antwortete: Bin ich nicht! Drinnen standen die Wächter und die Personenschützer herum. Sie hatten Holzkohle angezündet. Daran wärmten sie sich. Es war nämlich ziemlich kalt.

Der Hohepriester fragte jetzt Jesus über seine Schüler und über seine Lehre aus. Jesus antwortete ihm: Ich habe immer öffentlich zur Allgemeinheit gesprochen. Ich habe immer in der Kirche und im Tempel gelehrt. Dort finden bekanntlich die Versammlungen aller Judäer statt. Ich habe demnach nichts im Geheimen verbreitet. Warum fragst du also mich? Du könntest genauso gut meine Zuhörer fragen. Was habe ich denn gesprochen? Versteh doch! Diese wissen genau Bescheid über meine Lehre. Auf diese Worte hin gab einer der Personenschützer Jesus eine Ohrfeige und sagte: So kannst du dem Hohenpriester aber nicht antworten! Jesus antwortete ihm: Hab ich denn was Böses gesagt? Du bist dann der Zeuge für meine Übeltat. Möglicherweise habe ich aber alles richtig erklärt. Für was schlägst du mich dann?

Darauf schickte ihn Hannas gefesselt zu Kaiphas, dem amtierenden Hohenpriester. Simon Petrus aber stand da und machte es sich warm. Man fragte ihn jetzt aus: Du bist doch nicht etwa auch einer seiner Schüler? Er stritt es ab mit den Worten: Ich doch nicht! Zuletzt redete einer der Personenschützer des Hohenpriesters ihn an. Er war verwandt mit einem anderen. Dem aber hatte Petrus vorher das Ohr abgeschlagen: Hab ich dich nicht im Park bei ihm gesehen? Petrus stritt noch mal alles ab. In dem Moment krähte der Hahn.

Sodann führte man Jesus von Kaiphas weg hin zum Regierungspräsidium. Das war am frühen Vormittag. Sie gingen aber nicht mit in das Regierungspräsidium hinein. Sie wären dadurch sonst unrein geworden für das Passahessen. Stattdessen kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte eindringlich: Was sind überhaupt eure Anklagepunkte gegen diesen Menschen? Sie antworteten: Dieser hat schlimme Verbrechen begangen! Wir hätten ihn sonst bestimmt nicht an dich ausgeliefert. Doch Pilatus sagte zu ihnen nur: Dann nehmt ihn doch und verurteilt ihn nach euren eigenen Gesetzen. Da widersprachen ihm die Judäer: Das geht nicht! Wir dürfen niemanden selbst zum Tod verurteilen! So wurde das Wort von Jesus wahr. Er hatte in seinen vorherigen Reden schon die Art seines bevorstehenden Todes angedeutet.

Danach ging Pilatus in das Regierungspräsidium zurück. Er ließ Jesus zu sich kommen und fragte ihn: Bist du der König der Judäer? Jesus antwortete so: Fragst du das aus dir selbst heraus oder wegen der Aussagen anderer über mich? Pilatus antwortete: Immerhin bin ich kein Judäer! Dein Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was ist also dein Verbrechen? Jesus antwortete: Mein Königtum gilt nicht in dieser Welt. Für den Fall der Geltung meines Königtums in dieser Welt hätten sich meine Angestellten längst eingeschaltet. Auf keinen Fall wäre ich dann den Judäern ausgeliefert worden. Demnach hat mein Königtum hier keine Geltung. Jetzt sagte Pilatus zu ihm: Du wärst demnach aber doch ein König? Jesus antwortete: Du hast das gesagt! Ich bin als König schon geboren worden. Ich bin auf die Erde gekommen als Zeuge für die Wahrheit. Und jeder Wahrheitsliebende hört auf meine Stimme. Pilatus erwiderte ihm: Und was ist die Wahrheit?

Nach diesem Ausspruch ging er wieder nach draußen zu den Judäern. Dann gab er eine Erklärung ab: Ich kann bei diesem Menschen keine strafbare Handlung sehen. Ich bin aber gemäß eurem Gewohnheitsrecht am Passahfest zur Freigabe eines Gefangenen verpflichtet. Sagt nun eure Forderung! Soll ich euch den König der Judäer freigeben? Da brüllten alle los: Den wollen wir nicht! Gib uns den Barabbas! Barabbas aber war ein Raubmörder. Pilatus nahm Jesus daraufhin in Haft und ließ ihn auspeitschen.

Die Soldaten basteleten derweil ein Haarband aus Dornen. Das zogen sie ihm auf den Kopf an. Sie legten ihm einen roten Mantel um. Sie bauten sich vor ihm auf und sagten: Lach doch mal, du König der Judäer! Dann schlugen sie ihm ins Gesicht. Jetzt kam Pilatus noch mal heraus und redete zu ihnen: Versteht ihr das? Ich bringe ihn wieder zu euch hinaus. Dadurch sollt ihr folgendes erkennen: Ich kann keinerlei strafbare Handlung an ihm sehen. Also kam Jesus heraus. Er trug das Haarband aus Dornen und den roten Mantel. Hierzu sagte Pilatus ihnen: Versteht doch! Er ist ein Mensch!

Jetzt nahmen die Hohenpriester und die Personenschützer ihn wahr. Gleich schrieen sie: Ans Kreuz! Nagel ihn ans Kreuz! Pilatus widersprach ihnen: Nehmt ihr ihn doch! Nagelt ihr ihn ans Kreuz! Ich persönlich sehe keine strafbare Handlung an ihm. Die Judäer antworteten ihm: Wir halten uns nur an das Gesetz. Nach unserem Recht ist er des Todes schuldig. Er hat sich nämlich selbst zum Sohn von Gott erklärt. Pilatus hörte diese Aussage. Das machte ihm noch mehr Angst. Er ging wieder in das Regierungspräsidium hinein. Dort fragte er Jesus gleich: Von wo oder wem bist du? Jesus aber antwortete ihm gar nichts.

Pilatus meinte darauf nur: Du sprichst wohl nicht mit mir? Du scheinst meine Macht gar nicht zu kennen. Ich kann dich mal einfach frei lassen. In meiner Verantwortung kann ich dich aber genausogut ans Kreuz nageln lassen. Jesus antwortete ihm so: Du hast diese Verantwortung über mich ja nur durch deine Vorgesetzten verliehen bekommen. Es hat mich aber einer dir ausgeliefert. Der ist der eigentliche Verantwortliche. Darum wollte Pilatus nun seine Freilassung erreichen. Aber die Judäer brüllten los: Lass den ja nicht frei! Du bist sonst kein Freund mehr des Kaisers. Der da hat sich selbst zum König erklärt. Damit hat er sich gegen den Kaiser gestellt.

Das war für Pilatus natürlich ein Argument. Folglich ließ er Jesus wieder nach draußen bringen. Er selbst setzte sich aber auf die Empore jenes Ortes. Die nennt man Mosaikplatz. Im Hebräischen wird sie auch Gabbatha genannt. Das war am Vorbereitungstag für das Passahfest so etwa gegen 9 Uhr vormittags. Dort sagte er zu den Judäern: Schaut ihn euch an! Es ist doch euer König! Da brüllten sie wieder los: Weg mit dem! Schaff ihn weg! Nagel ihn ans Kreuz! Pilatus wandte dagegen ein: Soll ich denn euren König ans Kreuz nageln? Die Hohenpriester erwiderten: Einen König haben wir gar nicht! Wir sind dem Kaiser untertan! Wegen dieser Begründung musste er ihn schlussendlich ihrem Willen überlassen zur Hinrichtung am Kreuz.